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Kein ICE-Bypass an Mannheim vorbei

2. April 2006 - Zur wieder aufgeflammten Diskussion um die Bahnchef Hartmut Mehdorn geplante ICE-Neubaustrecke an Mannheim vorbei erklärt Dr. Gerhard Schick: 

Mit seinem erneuten Vorpreschen für den Mannheim-Bypass hat Bahnchef Harmut Mehdorn einmal mehr Ignoranz bewiesen. Mehdorn postuliert vor dem geplanten Treffen mit Bundesverkehrsminister Tiefensee und Ministerpräsident Oettinger im Mai: Ich will den Bypass - basta! Ihn interessiert die eindeutige Ablehnung der Bypass-Lösung in der Metropolregion Rhein-Neckar nicht. Dass auf einem Bypass angeblich nur ein ICE pro Stunde an Mannheim vorbeirasen und auf seiner Fahrt von Köln nach Stuttgart gerademal vier Minuten einsparen soll (so die Berechnungen von Experten), ist kein Kompromiss, sondern der Hebel für jene Weiche, mit dem Mannheim und die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar von ihrer bedeutendsten Verkehrsanbindung abgeschnitten werden sollen. Zuerst passiert stündlich ein ICE die Stadt, dann zwei, und irgendwann hält keiner mehr in Mannheim.

Hartmut Mehdorn ist innerlich nie von seiner Aufassung abgewichen, Mannheim sei eine Milchkanne, an der seine Schnellzüge nicht halten müssten. Das Schlimmste aber ist: Der Bahnchef bekommt indirekt Unterstützung von Ministerpräsident Oettinger. Der redet zwar dem Beschluss des Verbandes Region Rhein-Neckar das Wort - und damit der Ablehnung eines Bypasses -, in Wirklichkeit aber interessiert ihn nur eins: "Stuttgart 21". Für die milliardenteuere Untertunnelung des Stuttgarter Hauptbahnhofs könnte Oettinger den Bypass in Kauf nehmen, sollte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG das zur Bedingung machen. Der Raumordnungsplan darf auf keinen Fall geändert werden - der Ministerpräsident muss bei dem Spitzengespräch im Mai Farbe bekennen. Ich werde ihn und Bundesverkehrsminister Tiefensee in einem Schreiben auf jene Alternativen aufmerksam machen, die die Grünen im Gemeinderat Mannheim und in der Metropolregion Rhein-Neckar seit Jahr und Tag fordern: Mit einer Modernisierung von Weichen und Gleisanlagen ließe sich ein Zeitgewinn von vier Minuten erreichen, ohne Mannheim abzuhängen und Millionen zum Fenster rauszuwerfen.

Ich fordere die beiden Spitzenpolitiker auf, auch Politiker aus der Metropolregion Rhein-Neckar zu dem Gespräch einzuladen. Es kann nicht sein, dass die drei Herren etwas aushecken, das Mannheim und der Region irgendwann zum Nachteil gereicht. Als Wirtschaftspolitiker stelle ich fest: Ein Bypass hätte fatale Folgen für die ökonomische Zukunft der Region. Ein Bypass am Herzen soll Leben retten - ein Bypass an Mannheim würde die Stadt von einer lebenswichtigen Verkehrsader abschneiden.

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