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Ratingagenturen zu spät 

15. August 2007 - Zur Ankündigung der Ratingagenturen, ihre Bewertungsmaßstäbe zu verschärfen, erklärt Dr. Gerhard Schick:

Viel zu spät haben die Ratingagenturen auf die Hypothekenkrise reagiert, die sie durch zu positive Bewertungen der mit Subprime-Krediten gedeckten Anleihen mit ausgelöst haben. Investoren haben auf diese Agenturbewertungen vertraut und deshalb zu hohe Risikopositionen aufgebaut.

Seit langem haben Experten davor gewarnt, dass die so genannten Subprime-Kredite zu hohen Zahlungsausfällen führen könnten. Erst jetzt, nachdem schon mehrere Banken und Fonds in mehreren Ländern in gravierende Schwierigkeiten geraten sind, reagieren die Ratingagenturen. Für die Zukunft sind die jetzt angekündigten Veränderungen dennoch wichtig: So sollen größere Zahlungsausfälle bei Subprime-Krediten angenommen werden und die Angaben der Banken über die Hypotheken genauer geprüft werden.  

Schon bei der Asienkrise und bei den großen Pleiten nach dem New-Economy-Boom hatten die Ratingagenturen die Krisenanfälligkeit des Finanzsystems verstärkt, statt vorab eine realistische Risikobewertung vorzunehmen und dadurch zur Stabilität beizutragen. Über die jetzt angekündigten Maßnahmen hinaus muss deshalb grundsätzlicher die Arbeit der Ratingagenturen verbessert werden - vor der nächsten Krise.

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Thomas Hornung
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