Metropolregion Rhein-Neckar: Führung versagt
16. Januar 2008 - Vor dem Hintergrund der Standortfrage des Mannheimer Asphaltiermaschinen-Herstellers Vögele fordert Dr. Gerhard Schick: 1. Flächen-Management statt Flächen-Dumping in der Metropolregion Rhein-Neckar. 2. Führung der Metropolregion muss ihrem Anspruch und ihrer Aufgabe gerecht werden oder neu gebildet werden.
Die Führung der Metropolregion Rhein-Neckar hat nach der Misere um die
Erweiterung der Wild-Werke nichts dazu gelernt. Die Verbandsvorsitzende
Dr. Eva Lohse und der Verbandsdirektor Stefan Dallinger haben erneut
versagt. Lohse ist dem Interessenkonflikt erlegen, der sich aus ihren
Ämtern als Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen und als
Verbandsvorsitzende der Metropolregion ergibt.
Anstatt eine konstruktive Lösung für die Standortfrage der Mannheimer Firma Vögele in der Region zu unterstützen, fällt sie der Stadt Mannheim bei deren schwierigen Verhandlungen mit Vögele in den Rücken. Ihr Angebot, landwirtschaftlich genutzte Freiflächen in Ludwigshafen für unter 20 Euro pro Quadratmeter zu erschließen und an Vögele abzugeben - und damit weit unter dem Preis, der für Flächen in Mannheim anfallen würde -, widerspricht einer intelligenten Flächennutzung, beschädigt die Metropolregion und ist nichts weiter als Flächen-Dumping. Gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen in der Metropolregion fordere ich demgegenüber ein Flächen-Management und eine gemeinsame Wirtschaftsförderung in der Region.
Die Aufgabe einer Verbandspräsidentin und des Verbandsdirektors wäre gewesen, die Oberbürgermeister von Mannheim und Ludwigshafen an einen Tisch zu bringen, um gegenüber Vögele mit einer Zunge zu sprechen - damit schnell eine sowohl die berechtigten Interessen des Unternehmens als die der Stadt Mannheim und der Metropolregion wahrende Lösung gefunden werden kann. Das geht natürlich nicht, wenn Verbandsführung und Oberbürgermeisteramt in einer Person vereinigt sind. Die Metropolregion wird nur vorankommen, wenn dieser Interessenkonflikt gelöst wird.